Teichpflege im Frühjahr - was jetzt wichtig ist

Mit den ersten wärmeren Tagen verändert sich auch der Teich. Die Pflanzen beginnen auszutreiben, die Fische werden wieder aktiver und das Leben im Teich kommt langsam zurück.

Nach den ruhigen Wintermonaten beginnt damit langsam die neue Teichsaison.

Artikelinhalt

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Teich und Ufer nach dem Winter kontrollieren
  • Laub und abgestorbene Pflanzenteile vorsichtig entfernen
  • Teichpflanzen auf Neuaustrieb und Schäden prüfen
  • Wasser und Fische kontrollieren und die Fütterung langsam wieder aufnehmen
  • Teichtechnik vor der Inbetriebnahme prüfen
Teichpflege im Frühjahr
Teichpflege im Frühjahr – den Teich nach dem Winter auf die neue Saison vorbereiten

Der Teich nach dem Winter

Nach dem Winter sollten Sie den Teich zunächst kontrollieren. Prüfen Sie Ufer, Wasserstand und sichtbare Bereiche auf Schäden durch Frost und Winterwetter. Kontrollieren Sie auch Teichrand, Folie, Steine und die Teichtechnik.

Entfernen Sie größere Mengen Laub, abgestorbene Pflanzenteile und andere grobe organische Rückstände, insbesondere wenn sie sich in größeren Mengen angesammelt haben. Gehen Sie dabei möglichst schonend vor, damit Teichbewohner und ihre Rückzugsbereiche nicht unnötig gestört werden.

Eine dünne Schicht natürlichen Sediments am Teichgrund muss dagegen nicht grundsätzlich entfernt werden. Eine starke Anreicherung organischen Materials kann den Nährstoffeintrag in den Teich erhöhen und bei dessen Zersetzung Sauerstoff verbrauchen. In solchen Fällen kann eine gezielte Entnahme des Sediments sinnvoll sein.

Teichpflanzen im Frühjahr

Kontrollieren Sie die Teichpflanzen auf abgestorbene und beschädigte Pflanzenteile. Entfernen Sie diese vorsichtig, ohne den neuen Austrieb zu beschädigen. Bei manchen Pflanzen sind die alten Triebe noch als Schutz oder Rückzugsraum für Tiere von Bedeutung und sollten deshalb nicht vorschnell vollständig entfernt werden.

Stark wuchernde Pflanzen können im Frühjahr geteilt oder ausgelichtet werden. Kontrollieren Sie dabei auch, ob einzelne Pflanzen andere Bereiche des Teiches zunehmend überwuchern. Neue Teichpflanzen können gesetzt werden, sobald die Pflanzen wieder aktiv wachsen.

Wasser im Frühjahr

Kontrollieren Sie im Frühjahr zunächst das Wasser. Achten Sie auf Trübungen, ungewöhnliche Verfärbungen oder auffälligen Geruch. Prüfen Sie auch den Wasserstand und füllen Sie bei Bedarf Wasser nach.

Wenn das Wasser auffällig ist oder sich die Fische ungewöhnlich verhalten, können Sie die Wasserwerte kontrollieren. Beginnen Sie mit pH-Wert und Karbonathärte (KH). Bei einem Teich mit Fischen sind anschließend Ammonium und Nitrit besonders wichtig. Nitrat und Phosphat können zusätzliche Hinweise auf die Nährstoffsituation geben und sind insbesondere bei stärkerem Algenwachstum interessant.

Ein kompletter Wasserwechsel ist für die normale Frühjahrspflege nicht erforderlich. Entfernen Sie stattdessen nur dann größere Wassermengen, wenn dafür ein konkreter Grund besteht, und ersetzen Sie das Wasser möglichst schonend.

Fische im Frühjahr

Mit steigenden Wassertemperaturen werden die Fische wieder aktiver. Nach den Wintermonaten können sie jedoch noch geschwächt sein. Beobachten Sie den Bestand deshalb regelmäßig und achten Sie darauf, ob alle Fische einen unauffälligen Eindruck machen.

Beginnen Sie mit der Fütterung frühestens bei etwa 8–10 °C Wassertemperatur und nur dann, wenn die Fische wieder deutlich aktiv sind und das Futter gezielt aufnehmen. Bieten Sie zunächst kleine Mengen an und beobachten Sie, ob das Futter vollständig aufgenommen wird. Gerade zu Beginn sollte nicht mehr gefüttert werden, als die Fische tatsächlich aufnehmen.

Achten Sie auf auffällige Fische, ungewöhnliches Verhalten oder Veränderungen an Haut und Flossen. Einzelne geschwächte Tiere können nach dem Winter besonders anfällig sein. Bei Auffälligkeiten sollte zunächst die Ursache beobachtet und geprüft werden, bevor eine Behandlung begonnen wird.

Algen im Frühjahr

Mit zunehmender Sonneneinstrahlung und steigenden Wassertemperaturen können sich im Frühjahr auch Algen stärker entwickeln. Ein gewisses Algenwachstum ist dabei zunächst normal und gehört zum natürlichen Teichökosystem.

Häufig tritt im Frühjahr eine Algenblüte durch Schwebealgen auf. Das Wasser kann dadurch innerhalb kurzer Zeit deutlich grün und trüb werden. Solche Algenblüten müssen nicht zwangsläufig behandelt werden. Im Idealfall geht die Trübung von selbst wieder zurück, wenn sich die Nährstoffverhältnisse im Wasser verändern und die Algen weniger günstige Wachstumsbedingungen vorfinden.

Bei einer Algenblüte sollten Sie zunächst für eine ausreichende Wasserbewegung und eine gute Sauerstoffversorgung sorgen, insbesondere bei Fischbesatz. Gleichzeitig sollte unnötiger Nährstoffeintrag vermieden werden. Ein großer Wasserwechsel ist allein wegen einer grünen Wasserfärbung nicht grundsätzlich erforderlich.

Auch Fadenalgen können sich im Frühjahr stärker entwickeln. Größere Mengen lassen sich vorsichtig mechanisch entfernen, beispielsweise mit einem Kescher oder einem geeigneten Algenstab. Entfernen Sie das Algenmaterial möglichst vollständig aus dem Teich, damit die darin enthaltenen Nährstoffe dem Teich nicht wieder zugeführt werden.

Bei einer starken oder länger anhaltenden Algenentwicklung sollten zusätzlich mögliche Ursachen wie ein hohes Nährstoffangebot, viel Licht oder größere Mengen organischen Materials geprüft werden.

Ein Einsatz von Algenmitteln sollte nicht vorschnell erfolgen. Zunächst sollten die Ursachen für eine starke Algenentwicklung ermittelt und, soweit möglich, die zugrunde liegenden Bedingungen im Teich verbessert werden.

Teichtechnik im Frühjahr

Wenn Pumpe und Filter vor der Winterpause gereinigt und gewartet wurden, ist im Frühjahr in der Regel keine erneute Grundreinigung erforderlich. Kontrollieren Sie die Technik vor der Inbetriebnahme dennoch auf mögliche Schäden und prüfen Sie Pumpe, Filter, Schläuche und Anschlüsse.

Nehmen Sie die Anlage in Betrieb und kontrollieren Sie den Wasserfluss. Achten Sie dabei auf ungewöhnliche Geräusche, Undichtigkeiten oder andere Auffälligkeiten. Auch Teichbelüfter und weitere technische Einrichtungen sollten auf ihre Funktion geprüft werden.

Bei vorhandener UVC-Anlage sollten Sie die Lampe und das Quarzglas kontrollieren. Ablagerungen auf dem Quarzglas können die UV-C-Strahlung deutlich abschwächen. Auch eine leuchtende Lampe liefert nach längerer Betriebszeit nicht mehr zwangsläufig die erforderliche UV-C-Leistung. Beachten Sie deshalb die vom Hersteller angegebene Betriebsdauer und tauschen Sie die Lampe entsprechend aus.

Läuft die Technik zuverlässig, kann die Filteranlage wieder in den normalen Saisonbetrieb überführt werden. Bei regelbaren Pumpen kann die Förderleistung zunächst reduziert und im weiteren Saisonverlauf entsprechend dem Bedarf angepasst werden. Entscheidend sind dabei die Größe des Teiches, der Filter, die gewünschte Umwälzung und die aktuelle Belastung.

Gut vorbereitet in die Teichsaison

Mit einer gründlichen Kontrolle und den ersten Pflegearbeiten ist der Teich gut in die neue Saison gestartet. Jetzt kommt es vor allem darauf an, die Entwicklung von Pflanzen, Wasser und Teichleben zu beobachten und nur dort einzugreifen, wo es wirklich nötig ist.

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