Sauerstoff im Teich

Sauerstoff ist für das Leben im Teich unverzichtbar. Fische, andere Wassertiere und Mikroorganismen brauchen ihn für ihre Atmung und ihren Stoffwechsel. Der Sauerstoffgehalt bleibt dabei nicht konstant. Er verändert sich im Laufe des Tages und hängt unter anderem von der Wassertemperatur, der Photosynthese, der Wasserbewegung und der organischen Belastung ab.

Gerade im Sommer kann die Sauerstoffversorgung eines Teiches kritisch werden. Warmes Wasser enthält weniger Sauerstoff. Gleichzeitig kann der Sauerstoffverbrauch vieler Wasserorganismen steigen.

Artikelinhalt

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Orientierung: Etwa 6-8 mg/l sind für einen Gartenteich ein guter Bereich.
  • Sommer: Warmes Wasser enthält weniger Sauerstoff und kann gleichzeitig mehr Sauerstoff verbrauchen.
  • Früher Morgen: Nach einer Nacht ist der Sauerstoffgehalt häufig am niedrigsten.
  • Messen: Der Sauerstoffgehalt lässt sich mit einem Tröpfchentest oder einem elektronischen Messgerät bestimmen.
  • Fische: Schnappen Fische an der Oberfläche nach Luft, kann Sauerstoffmangel die Ursache sein.
  • Belüften: Wasserbewegung, Wasserfälle, Fontänen und Teichbelüfter können den Sauerstoffeintrag erhöhen.
Sauerstoff im Teich - Sauerstoffgehalt, Sauerstoffmangel und Sauerstoffversorgung
Sauerstoff im Teich: Sauerstoffgehalt, Sauerstoffmangel und Sauerstoffversorgung

Sauerstoffgehalt im Teich

Der Sauerstoffgehalt wird in Milligramm pro Liter (mg/l) angegeben. Für einen Gartenteich sind etwa 6-8 mg/l ein guter Orientierungsbereich. Sinkt der Wert deutlich darunter, sollte man prüfen, warum so wenig Sauerstoff im Wasser ist. Bei warmem Wasser und einem größeren Fischbestand kann ein niedriger Sauerstoffgehalt schnell problematisch werden.

Als grobe Orientierung:

  • 6-8 mg/l: gute Sauerstoffversorgung
  • 4-6 mg/l: beobachten, besonders bei warmem Wasser oder hohem Fischbestand
  • 2-4 mg/l: zunehmend kritisch
  • unter 2 mg/l: akuter Sauerstoffmangel

Diese Werte sind nur eine Orientierung. Entscheidend sind auch die Fischart, die Wassertemperatur und wie lange der Sauerstoffgehalt niedrig bleibt. Ein Sauerstoffwert sollte deshalb immer zusammen mit der Wassertemperatur und der Messzeit betrachtet werden.

Sauerstoff und Wassertemperatur

Kaltes Wasser kann mehr Sauerstoff aufnehmen als warmes Wasser. Mit steigender Wassertemperatur sinkt die maximale Sauerstoffsättigung.

Bei etwa 10 °C liegt die Sauerstoffsättigung bei rund 10,9 mg/l. Bei 20 °C sind es ungefähr 8,9 mg/l und bei 25 °C etwa 8,1 mg/l.

Gleichzeitig kann der Sauerstoffverbrauch vieler Wasserorganismen mit steigender Temperatur zunehmen. Warmes Wasser enthält also weniger Sauerstoff, während viele Organismen gleichzeitig mehr Sauerstoff verbrauchen.

Das wird vor allem im Sommer wichtig. Nach längeren Hitzeperioden können die Bedingungen für Fische und andere Wasserorganismen deshalb besonders ungünstig werden.

Sauerstoff im Tagesverlauf

Der Sauerstoffgehalt verändert sich auch innerhalb eines Tages.

Bei Tageslicht betreiben Wasserpflanzen und Algen Photosynthese. Dabei nutzen sie Lichtenergie, Wasser und Kohlendioxid zum Aufbau organischer Stoffe. Sauerstoff entsteht dabei als Nebenprodukt und kann an das Wasser abgegeben werden.

Nachts findet keine Photosynthese statt. Fische, Pflanzen, Algen und Mikroorganismen verbrauchen aber weiterhin Sauerstoff.

Dadurch sinkt der Sauerstoffgehalt während der Nacht und steigt nach Sonnenaufgang wieder an.

Die niedrigsten Sauerstoffwerte werden deshalb häufig in den frühen Morgenstunden erreicht.

Bei warmem Wetter kann der Sauerstoffgehalt innerhalb eines Tages stark schwanken. Besonders niedrig ist er häufig am frühen Morgen.

Wer den Sauerstoffgehalt kontrollieren möchte, sollte deshalb nicht nur am Nachmittag messen. Eine Messung am frühen Morgen zeigt eher, wie knapp die Sauerstoffversorgung über Nacht geworden ist.

Sauerstoffverbrauch im Teich

Sauerstoff wird im Teich ständig verbraucht. Fische und andere Wassertiere benötigen ihn für ihre Atmung. Auch Bakterien und andere Mikroorganismen brauchen Sauerstoff.

Beim Abbau organischer Stoffe wird viel Sauerstoff verbraucht. Abgestorbene Pflanzen, Laub, Futterreste und andere organische Bestandteile werden von Mikroorganismen zersetzt.

Auch im Sediment wird Sauerstoff verbraucht. Vor allem dort, wo sich viel organisches Material angesammelt hat, kann die Sauerstoffzehrung hoch sein.

Je mehr organisches Material abgebaut werden muss, desto höher kann der Sauerstoffverbrauch sein.

Stark belastete oder stark verschlammte Teiche können deshalb bei warmem Wetter schneller in eine kritische Sauerstoffsituation geraten.

Fische verbrauchen Sauerstoff. Je mehr Fische in einem Teich leben, desto höher ist ihr Sauerstoffbedarf.

Sauerstoffmangel im Teich

Wird mehr Sauerstoff verbraucht als nachgeliefert, sinkt der Sauerstoffgehalt im Wasser. Für Fische kann das schnell gefährlich werden.

Ein mögliches Anzeichen für Sauerstoffmangel sind Fische, die ungewöhnlich dicht unter der Wasseroberfläche stehen oder nach Luft schnappen. Häufig halten sie sich auch dort auf, wo das Wasser stärker bewegt wird.

Das Verhalten allein reicht allerdings nicht für eine sichere Diagnose. Auch andere Probleme können ähnliche Symptome verursachen.

Bei Verdacht auf Sauerstoffmangel sollte deshalb der Sauerstoffgehalt gemessen werden.

Besonders kritisch können warme, windstille Nächte nach längeren Hitzeperioden sein. Das Wasser enthält dann ohnehin weniger Sauerstoff, während über Nacht weiterhin Sauerstoff verbraucht wird.

Was tun bei akutem Sauerstoffmangel?

Bei akutem Sauerstoffmangel muss schnell gehandelt werden. Die wichtigste Sofortmaßnahme ist, möglichst viel Sauerstoff ins Wasser zu bringen.

Am schnellsten geht das mit einem Teichbelüfter und einem Ausströmer. Falls keine Belüftung vorhanden ist, kann auch eine vorhandene Teichpumpe so eingesetzt werden, dass das Wasser möglichst stark mit der Luft in Kontakt kommt. Dafür kann der Pumpenauslauf beispielsweise über der Wasseroberfläche liegen und das Wasser zurück in den Teich laufen lassen.

Bei sichtbaren Anzeichen wie nach Luft schnappenden Fischen sollte nicht erst abgewartet werden. Der Sauerstoffgehalt sollte möglichst sofort gemessen werden. Bei starkem Sauerstoffmangel sollte die Belüftung so lange weiterlaufen, bis sich die Situation stabilisiert hat.

Zusätzlich sollte die Ursache des Sauerstoffmangels gesucht werden. Hohe Wassertemperaturen, ein großer Fischbestand, abgestorbene Pflanzen, Futterreste oder viel organisches Material können den Sauerstoffverbrauch erhöhen.

Abgestorbene Pflanzen und größere Mengen leicht zugänglichen organischen Materials können entfernt werden, um die weitere Sauerstoffzehrung zu verringern.

Nach der akuten Situation sollte der Sauerstoffgehalt weiter kontrolliert werden. Besonders wichtig sind dabei die frühen Morgenstunden, weil der Sauerstoffgehalt nach der nächtlichen Sauerstoffzehrung häufig am niedrigsten ist.

Sauerstoff im Teich messen

Der Sauerstoffgehalt lässt sich mit einem geeigneten Sauerstoffmessgerät oder einem Tröpfchentest bestimmen. Der Messwert wird in mg/l angegeben. Viele Geräte zeigen zusätzlich die Sauerstoffsättigung in Prozent an.

Beim Tröpfchentest wird eine Wasserprobe genommen und mit den vorgesehenen Reagenzien versetzt. Anhand der entstandenen Färbung lässt sich der Sauerstoffgehalt ablesen.

Die Wassertemperatur sollte bei der Messung ebenfalls bekannt sein. Sie entscheidet mit darüber, wie viel Sauerstoff das Wasser aufnehmen kann.

Auch Messzeit und Messtiefe können den Messwert beeinflussen. Eine Messung am Nachmittag kann deutlich höher sein als eine Messung am frühen Morgen. In größeren oder schlecht durchmischten Teichen kann der Sauerstoffgehalt außerdem in verschiedenen Wassertiefen unterschiedlich sein.

Bei Verdacht auf Sauerstoffmangel sollte möglichst am frühen Morgen gemessen werden. Zu dieser Zeit ist der Sauerstoffgehalt nach der nächtlichen Sauerstoffzehrung häufig am niedrigsten.

Sauerstoffsättigung im Teich

Neben dem Sauerstoffgehalt in mg/l wird häufig die Sauerstoffsättigung angegeben. Sie zeigt, wie viel Prozent der bei dieser Wassertemperatur möglichen Sauerstoffmenge tatsächlich im Wasser vorhanden sind.

100 % Sauerstoffsättigung bedeutet deshalb nicht immer denselben Sauerstoffgehalt in mg/l. Die maximal mögliche Sauerstoffkonzentration verändert sich mit der Wassertemperatur.

Durch starke Photosynthese können Pflanzen und Algen tagsüber mehr Sauerstoff produzieren, als das Wasser bei dieser Temperatur unter normalen Bedingungen aufnehmen würde. Dann kann die Sauerstoffsättigung auch über 100 % steigen.

Eine zeitweise hohe Sauerstoffsättigung ist nicht automatisch ein Problem. Sie kann bei starker Photosynthese ganz natürlich entstehen.

Sauerstoffversorgung im Teich verbessern

Sauerstoff gelangt auf natürliche Weise vor allem über die Wasseroberfläche in den Teich. Dort findet ein ständiger Austausch zwischen Wasser und Luft statt.

Wind bewegt die Wasseroberfläche und erleichtert dadurch den Austausch mit der Luft. Auch bewegtes Wasser nimmt leichter Sauerstoff aus der Luft auf.

Ein Wasserfall, Bachlauf oder bewegter Filterrücklauf bringt Wasser stärker mit der Luft in Kontakt. Auch Fontänen und andere bewegte Wasserflächen können den Sauerstoffeintrag erhöhen.

Eine Teichpumpe bringt zunächst nur Wasser in Bewegung. Mehr Sauerstoff gelangt erst dann ins Wasser, wenn es dabei intensiv mit der Luft in Kontakt kommt. Wird das Wasser beispielsweise über einen Wasserfall geführt oder stark verwirbelt, kann dadurch mehr Sauerstoff ins Wasser gelangen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Belüftung. Ein Teichbelüfter bringt Luft über einen Ausströmer in das Wasser und unterstützt dadurch den Gasaustausch.

Bei akutem Sauerstoffmangel kann zusätzliche Belüftung schnell helfen. Dauerhaft sollte aber die Ursache des Sauerstoffmangels beseitigt werden. Ein zu hoher Fischbestand, viel organisches Material oder eine starke Sauerstoffzehrung lassen sich nicht allein durch einen Belüfter lösen.

Wasserpflanzen gehören ebenfalls zum natürlichen Sauerstoffhaushalt des Teiches. Sie produzieren bei Licht Sauerstoff, verbrauchen ihn aber während der Dunkelheit selbst. Zusätzliche Pflanzen sind deshalb keine schnelle Lösung bei akutem Sauerstoffmangel.

Sauerstoff im Winter

Kaltes Wasser kann mehr Sauerstoff aufnehmen als warmes Wasser. Unter einer geschlossenen Eisdecke ist der Austausch mit der Luft stark eingeschränkt. Ein Eisfreihalter kann dafür sorgen, dass die Wasseroberfläche teilweise eisfrei bleibt und der Gasaustausch nicht vollständig unterbrochen wird.

Fische, Mikroorganismen und die natürlichen Abbauprozesse im Teich verbrauchen aber weiterhin Sauerstoff.

Bei einer längeren geschlossenen Eisdecke kann der Sauerstoffgehalt deshalb deutlich sinken. Besonders problematisch wird das bei stark organisch belasteten Teichen, weil der Abbau des Materials zusätzlich Sauerstoff verbraucht.

Sauerstoff in verschiedenen Wassertiefen

In einem flachen Gartenteich sind die Unterschiede zwischen verschiedenen Wassertiefen meist geringer. In einem tiefen Teich kann der Sauerstoffgehalt oben und unten deutlich unterschiedlich sein.

Am Boden ist der Sauerstoffgehalt häufig niedriger als an der Oberfläche. Dort wird Sauerstoff durch den Abbau organischer Stoffe verbraucht, während nur wenig Sauerstoff aus der Luft nachkommt.

Eine ausreichende Wasserbewegung kann solche Unterschiede verringern. Bei tiefen Teichen sollte eine starke künstliche Durchmischung allerdings nicht unüberlegt eingesetzt werden. Sie kann die natürliche Temperaturschichtung des Wassers verändern.

Sauerstoff und andere Wasserwerte

Der Sauerstoffgehalt hängt mit mehreren anderen Wasserwerten zusammen.

Wassertemperatur: Sie beeinflusst unmittelbar, wie viel Sauerstoff das Wasser aufnehmen kann.

pH-Wert: Durch die Photosynthese von Pflanzen und Algen können sich pH-Wert und Sauerstoffgehalt im Tagesverlauf gemeinsam verändern.

Ammonium und Ammoniak: Beim biologischen Abbau stickstoffhaltiger Stoffe wird Sauerstoff benötigt. Gleichzeitig beeinflussen pH-Wert und Temperatur das Verhältnis von Ammonium und Ammoniak. Mehr dazu im Beitrag Ammonium und Ammoniak im Teich.

Nitrit: Die biologische Umwandlung von Ammonium über Nitrit zu Nitrat ist ein sauerstoffabhängiger Prozess. Der Nitrit-Wert gehört deshalb ebenfalls zu den Wasserwerten, die im Zusammenhang mit dem Sauerstoffhaushalt betrachtet werden können.

Phosphat: Phosphat selbst verbraucht keinen Sauerstoff. Ein hoher Nährstoffgehalt kann jedoch starkes Algenwachstum fördern. Wenn größere Mengen Algen anschließend absterben und abgebaut werden, kann dabei wiederum viel Sauerstoff verbraucht werden. Mehr zum Phosphat-Wert im Teich gibt es im entsprechenden Beitrag.

Ein einzelner Sauerstoffmesswert sagt deshalb nur einen Teil über die Situation im Teich aus. Wassertemperatur, Tageszeit, Fischbestand und die Menge an organischem Material im Teich müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Teichpflanzen im Winter – das Wichtigste zum Schluss

Die meisten winterharten Teichpflanzen kommen ohne besonderen Winterschutz durch die kalte Jahreszeit. Viele ziehen sich zurück und überdauern den Winter mit ihren Wurzeln, Rhizomen oder anderen Überdauerungsformen. Entscheidend sind dabei vor allem die Pflanzenart, der Standort und die Wassertiefe.

Beim Rückschnitt gilt: Nicht jede Pflanze muss im Herbst vollständig zurückgeschnitten werden. Trockene Halme können bei manchen Ufer- und Sumpfpflanzen bis zum Frühjahr stehen bleiben, während empfindliche oder nicht winterharte Arten rechtzeitig aus dem Teich genommen und frostfrei überwintert werden sollten.

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