pH-Wert im Teich - welcher Wert ist optimal?

Der pH-Wert beschreibt, ob das Wasser im Teich eher sauer oder eher basisch ist. Ein pH-Wert von 7 gilt als neutral. Werte darunter bedeuten, dass das Wasser sauer ist, Werte darüber, dass es basisch ist.

Für Fische, Pflanzen und andere Teichbewohner ist ein passender pH-Wert wichtig. Dabei verändert sich der pH-Wert im Laufe des Tages ganz natürlich und kann morgens deutlich anders sein als am Abend. Deshalb lässt sich der pH-Wert eines Teiches nicht anhand einer einzelnen Messung beurteilen. Der pH-Wert ist dabei nur einer von mehreren wichtigen Wasserwerten im Teich.

Artikelinhalt

Das Wichtigste auf einen Blick

  • pH-Wert: Ein Wert von 7 ist neutral. Werte darunter sind sauer, Werte darüber basisch.
  • Optimaler Bereich: Für einen Gartenteich gibt es nicht den einen perfekten pH-Wert. Entscheidend sind die Bedingungen im jeweiligen Teich und ein möglichst stabiler Wert.
  • Tagesverlauf: Pflanzen und Algen beeinflussen den pH-Wert durch ihre Photosynthese. Deshalb kann er im Laufe des Tages deutlich schwanken.
  • KH: Die Karbonathärte stabilisiert das Wasser und hilft dabei, starke pH-Schwankungen abzufangen. Sie ist deshalb ein wichtiger Bestandteil bei der Beurteilung der Wasserwerte im Teich.
  • Auffällige Werte: Bei einem ungewöhnlich hohen oder niedrigen pH-Wert sollte zunächst nach der Ursache gesucht werden, bevor der Wert verändert wird.

Was sagt der pH-Wert im Teich aus?

Der pH-Wert zeigt, ob das Wasser im Teich sauer oder basisch ist. Die Skala reicht von 0 bis 14: Bei 7 ist das Wasser neutral, darunter sauer und darüber basisch.

Der pH-Wert hat Einfluss darauf, wie gut Fische, Pflanzen und andere Teichbewohner mit den Bedingungen im Wasser zurechtkommen. Dabei sollte man den pH-Wert nicht für sich allein betrachten. Vor allem die Karbonathärte (KH) spielt eine wichtige Rolle für seine Stabilität.

Zudem verändert sich der pH-Wert im Laufe des Tages. Pflanzen und Algen nehmen bei der Photosynthese Kohlendioxid (CO₂) aus dem Wasser auf. Dadurch kann der pH-Wert tagsüber steigen und während der Nacht wieder sinken.

Welcher pH-Wert ist im Teich optimal?

Einen einzigen optimalen pH-Wert für jeden Teich gibt es nicht. Als grobe Orientierung liegt der pH-Wert in einem Gartenteich meist etwa zwischen 7 und 8. Ein Wert von 7 ist neutral, Werte darüber sind leicht basisch.

Wichtiger als eine bestimmte Zahl ist, dass der pH-Wert möglichst stabil bleibt und nicht stark schwankt. Auch die Karbonathärte (KH), der Pflanzen- und Algenbestand und weitere Wasserwerte spielen bei der Beurteilung eine Rolle.

Ein gemessener pH-Wert von beispielsweise 7,2 oder 7,8 ist deshalb nicht automatisch problematisch. Erst wenn der Wert deutlich außerhalb des üblichen Bereichs liegt oder ungewöhnlich starke Schwankungen auftreten, lohnt sich eine genauere Suche nach den Ursachen.

Warum schwankt der pH-Wert im Teich?

Der pH-Wert verändert sich im Laufe des Tages ganz natürlich. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Photosynthese und Atmung der Pflanzen, Algen und anderen Lebewesen im Teich.

Bei Tageslicht nehmen Pflanzen und Algen Kohlendioxid (CO₂) aus dem Wasser auf. Dadurch kann der pH-Wert im Laufe des Tages steigen. Mit Einbruch der Dunkelheit endet die Photosynthese. Gleichzeitig geben Pflanzen, Algen, Fische und andere Lebewesen durch ihre Atmung Kohlendioxid an das Wasser ab. Dadurch kann der pH-Wert wieder sinken.

Wie stark die Schwankungen ausfallen, hängt unter anderem vom Pflanzen- und Algenbestand und von der Karbonathärte (KH) ab. Die KH wirkt als Puffer und hilft dabei, den pH-Wert stabil zu halten. Ein niedriger KH-Wert kann deshalb stärkere pH-Schwankungen begünstigen.

Ein hoher Nährstoffeintrag, beispielsweise durch Fischfutter, Fischbesatz, Laub oder andere organische Stoffe, kann starkes Algenwachstum fördern. Dadurch kann wiederum mehr CO₂ aus dem Wasser aufgenommen werden und der pH-Wert im Tagesverlauf stärker ansteigen. Auch eine starke Wasserbewegung oder Belüftung kann CO₂ aus dem Wasser austreiben und dadurch den pH-Wert erhöhen.

Auch das Wasser, mit dem der Teich gefüllt wird, kann eine Rolle spielen. Je nach Zusammensetzung kann es den pH-Wert und die KH beeinflussen. Ein Unterschied zwischen dem pH-Wert am Morgen und am Abend ist deshalb zunächst einmal völlig normal.

pH-Wert richtig messen

Der pH-Wert lässt sich mit verschiedenen Wassertests bestimmen. Für den Gartenteich eignen sich vor allem Teststreifen und Tropftests. Beide Methoden liefern schnell einen Richtwert, mit dem sich der pH-Wert des Teichwassers beurteilen lässt.

Für eine möglichst aussagekräftige Messung sollte die Wasserprobe direkt aus dem Teich entnommen werden. Am besten nimmt man das Wasser etwas unterhalb der Oberfläche und nicht unmittelbar am Teichrand oder am Boden.

Da sich der pH-Wert im Laufe des Tages verändert, empfehlen wir für eine genauere Beurteilung, den Wert dreimal täglich – morgens, mittags und abends – zu messen. So lässt sich erkennen, wie stark der pH-Wert im Tagesverlauf schwankt.

Bei auffälligen Messwerten sollte die Messung zunächst wiederholt werden. Zusätzlich ist es sinnvoll, weitere wichtige Wasserwerte zu prüfen. Besonders die Karbonathärte (KH) kann dabei helfen, die Stabilität des pH-Werts besser einzuschätzen.

Wenn der pH-Wert zu niedrig ist

Ein zu niedriger pH-Wert bedeutet, dass das Teichwasser stärker sauer ist. Für viele Teichbewohner können dauerhaft niedrige Werte problematisch sein. Entscheidend ist dabei nicht nur der gemessene Wert, sondern auch, ob er plötzlich abgesunken ist oder über längere Zeit niedrig bleibt.

Mögliche Ursachen für einen niedrigen pH-Wert sind zum Beispiel eine zu geringe Karbonathärte (KH) und damit eine geringe Pufferwirkung des Wassers. Das kann beispielsweise nach starken oder länger anhaltenden Regenfällen auftreten, wenn viel mineralstoffarmes Regenwasser in den Teich gelangt. Auch die Zersetzung von Laub, abgestorbenen Pflanzen und anderen organischen Stoffen kann den pH-Wert beeinflussen, da dabei Säuren entstehen können.

Bevor der pH-Wert gezielt angehoben wird, sollte deshalb nach der Ursache gesucht und die KH überprüft werden. Ein einzelner niedriger Messwert ist zunächst kein Grund für eine schnelle Korrektur. Sinnvoll ist es, die Messung zu wiederholen und den Verlauf des pH-Werts über den Tag zu beobachten.

Wenn der pH-Wert zu hoch ist

Ein zu hoher pH-Wert bedeutet, dass das Teichwasser stärker basisch ist. Kurzzeitig erhöhte Werte sind dabei nicht automatisch problematisch. Bleibt der pH-Wert jedoch dauerhaft deutlich erhöht oder steigt er im Tagesverlauf ungewöhnlich stark an, sollte man genauer hinschauen.

Als grobe Orientierung liegt der pH-Wert im Gartenteich meist etwa zwischen 7 und 8. Werte deutlich über 8 können bereits auffällig sein, insbesondere wenn sie regelmäßig gemessen werden oder der pH-Wert im Tagesverlauf stark ansteigt.

Besonders bei Teichen mit Fischbesatz kann ein dauerhaft hoher pH-Wert problematisch sein. Denn wenn Ammonium im Wasser vorhanden ist, liegt mit steigendem pH-Wert ein größerer Anteil davon als giftigeres Ammoniak vor. Bei einem auffällig hohen pH-Wert sollte deshalb bei Fischbesatz auch der Ammoniumwert kontrolliert werden.

Ein einzelner hoher Messwert bedeutet dabei noch nicht automatisch, dass der Teich behandelt werden muss. Da der pH-Wert im Tagesverlauf schwankt, sollte zunächst geprüft werden, ob der Wert tatsächlich dauerhaft erhöht ist.

pH-Wert im Teich senken

Ist der pH-Wert im Teich dauerhaft zu hoch, sollte man nicht einfach versuchen, ihn möglichst schnell abzusenken. Zunächst sollte geklärt werden, warum der Wert so hoch ist. Häufig spielt eine starke Photosynthese eine Rolle, insbesondere bei starkem Algenwachstum. Dabei wird viel Kohlendioxid (CO₂) aus dem Wasser aufgenommen und der pH-Wert kann vor allem tagsüber deutlich ansteigen. Ein Nährstoffüberschuss, beispielsweise durch Fischfutter, Fischbesatz, Laub oder andere organische Einträge, kann wiederum starkes Algenwachstum fördern. Auch die Karbonathärte (KH) beeinflusst, wie stark der pH-Wert auf solche Veränderungen reagiert. Bei stark bewegtem oder belüftetem Wasser kann zudem CO₂ aus dem Wasser ausgetrieben werden, wodurch der pH-Wert ansteigen kann.

Eine kurzfristige Absenkung des pH-Werts ist zwar möglich, verändert aber nicht automatisch die Ursache. Bei starkem Algenwachstum kann der pH-Wert beispielsweise nach einer Behandlung wieder ansteigen. Deshalb ist es sinnvoll, zunächst die Wasserwerte – insbesondere die KH – sowie den Pflanzen- und Algenbestand und mögliche Nährstoffeinträge zu überprüfen. Informationen zu möglichen Ursachen und zur Behandlung finden Sie auch im Beitrag Hausmittel gegen Algen im Teich.

Von sogenannten Hausmitteln zur schnellen pH-Senkung ist abzuraten. Zwar können Säuren oder andere Stoffe den pH-Wert kurzfristig verändern, die Ursache wird dadurch jedoch nicht behoben. Zudem können zu schnelle Veränderungen des pH-Werts für Fische und andere Teichbewohner problematisch sein.

pH-Wert im Teich erhöhen

Ist der pH-Wert im Teich dauerhaft zu niedrig, sollte zunächst nach der Ursache gesucht werden. Häufig hängt ein niedriger pH-Wert mit einer zu geringen Karbonathärte (KH) zusammen. Nach starken oder länger anhaltenden Regenfällen kann beispielsweise viel mineralstoffarmes Regenwasser in den Teich gelangen und die KH verdünnen. Auch die Zersetzung von Laub, abgestorbenen Pflanzen und anderen organischen Stoffen kann den pH-Wert beeinflussen.

Bevor der pH-Wert gezielt erhöht wird, sollte deshalb zunächst die KH überprüft werden. Ist sie zu niedrig, kann eine gezielte Erhöhung der KH dabei helfen, den pH-Wert zu stabilisieren. Gleichzeitig sollten mögliche Ursachen wie starke organische Einträge oder angesammeltes Laub und Pflanzenmaterial im Teich beseitigt werden.

Auch hier gilt: Den pH-Wert nicht möglichst schnell auf einen bestimmten Wert bringen. Eine langsame und kontrollierte Veränderung ist für Fische und andere Teichbewohner besser verträglich.

pH-Wert und Ammonium/Ammoniak

Ammonium und Ammoniak stehen im Teichwasser miteinander in Verbindung. Wie viel davon als Ammonium (NH₄⁺) und wie viel als Ammoniak (NH₃) vorliegt, hängt unter anderem vom pH-Wert und von der Wassertemperatur ab.

Steigt der pH-Wert, nimmt der Anteil des giftigeren Ammoniaks zu. Das ist besonders bei Teichen mit Fischbesatz wichtig, weil Ammoniak für Fische giftig ist. Selbst wenn sich die Gesamtmenge von Ammonium und Ammoniak nicht verändert, kann ein steigender pH-Wert deshalb das Risiko für die Fische erhöhen.

Bei einem dauerhaft auffällig hohen pH-Wert und vorhandenem Fischbesatz sollten deshalb neben dem pH-Wert auch der Ammoniumwert und die Wassertemperatur geprüft werden. Beide Faktoren beeinflussen, wie hoch der Anteil des giftigeren Ammoniaks im Wasser sein kann.

Was tun bei einem auffälligen pH-Wert?

Ein auffälliger pH-Wert sollte nicht vorschnell korrigiert werden. Zunächst sollte die Messung wiederholt werden, möglichst zu unterschiedlichen Tageszeiten. So lässt sich feststellen, ob es sich nur um eine normale Schwankung oder um eine länger anhaltende Abweichung handelt.

Anschließend sollten die wichtigsten Zusammenhänge im Teich überprüft werden. Dazu gehören insbesondere die Karbonathärte (KH), der Pflanzen- und Algenbestand sowie mögliche Nährstoffeinträge. Bei einem Teich mit Fischbesatz können zusätzlich Ammonium und die Wassertemperatur wichtig sein.

Erst wenn die Ursache bekannt ist, sollte über eine gezielte Veränderung des pH-Werts nachgedacht werden. Schnelle und starke Veränderungen sollten vermieden werden, da sich Fische und andere Teichbewohner an die bestehenden Wasserverhältnisse angepasst haben.

Eine schnelle und starke Veränderung des pH-Werts kann für Fische belastend sein. Auch wir Menschen vertragen eine plötzliche Veränderung meist schlechter als eine langsame Umstellung.

pH-Wert im Teich richtig beurteilen

Der pH-Wert im Teich darf sich im Laufe des Tages verändern. Entscheidend ist, dass die Werte nicht dauerhaft deutlich außerhalb des üblichen Bereichs liegen und keine ungewöhnlich starken Schwankungen auftreten.

Bei auffälligen Werten sollte deshalb nicht vorschnell eingegriffen werden. Erst messen, Zusammenhänge prüfen und die Ursache finden – insbesondere KH, Pflanzen- und Algenbestand sowie mögliche Nährstoffeinträge. Bei Fischbesatz können zusätzlich Ammonium und Wassertemperatur wichtig sein.

So lässt sich der pH-Wert meist gezielter beurteilen und bei Bedarf langsam und kontrolliert stabilisieren.

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