Nitrit-Wert im Teich: Bedeutung, Grenzwert und Messung

Nitrit im Teich entsteht ganz natürlich im Stickstoffkreislauf. Es bildet sich beim Abbau von organischen Stoffen und wird normalerweise von Bakterien weiter zu Nitrat umgewandelt.

Für Fische ist Nitrit allerdings deutlich problematischer als Nitrat. Schon geringe Mengen können belastend sein. Deshalb sollte der Nitrit-Wert im Teich möglichst nicht nachweisbar sein.

Wie hoch der Nitrit-Wert im Teichwasser ist, hängt unter anderem von der Filterbiologie, dem Fischbesatz, der Fütterung und der Sauerstoffversorgung ab.

Artikelinhalt

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Nitrit (NO₂) ist ein Zwischenprodukt im Stickstoffkreislauf.
  • Für Fische ist Nitrit deutlich problematischer als Nitrat.
  • Der Nitrit-Wert im Teich sollte möglichst nicht nachweisbar sein.
  • Unter 0,1 mg/l gilt als praktische Orientierung für einen unauffälligen Wert.
  • Steigt der Nitrit-Wert an, sind vor allem Filterbiologie und Sauerstoffversorgung wichtig.
Nitrit-Wert im Teich
Nitrit im Teich sollte möglichst nicht nachweisbar sein.

Was ist Nitrit im Teich?

Nitrit (NO₂) ist ein Zwischenprodukt im Stickstoffkreislauf. Es entsteht bei der Umwandlung von Ammonium und wird anschließend von Bakterien weiter zu Nitrat abgebaut.

In einem stabil laufenden Teich wird Nitrit normalerweise so schnell weiterverarbeitet, dass kaum etwas davon im Wasser nachweisbar ist.

Problematisch wird es, wenn mehr Nitrit entsteht, als die Bakterien verarbeiten können. Dann steigt der Nitrit-Wert im Teichwasser und kann für Fische gefährlich werden. Wie Nitrit und Nitrat zusammenhängen und welche Rolle Nitrat im Teich spielt, erklären wir ausführlich im Artikel Nitrat-Wert im Teich.

Nitrifikation - einfach erklärt

Im Teich wird Ammonium von Bakterien zunächst zu Nitrit und anschließend zu Nitrat umgewandelt.

Ammonium → Nitrit → Nitrat

Diese Bakterien sitzen vor allem auf den Oberflächen des Filters und anderen besiedelbaren Flächen im Teich. Für ihre Arbeit brauchen sie ausreichend Sauerstoff.

In einem stabilen Teich wird das entstehende Nitrit deshalb normalerweise schnell weiterverarbeitet.

Wie entsteht Nitrit im Teich?

Nitrit entsteht, wenn Bakterien Ammonium abbauen. Ammonium fällt unter anderem beim Abbau von Fischkot, Futterresten und anderem organischen Material an.

Normalerweise folgt auf das entstandene Nitrit direkt der nächste Schritt zu Nitrat. Reicht die biologische Filterung dafür nicht aus, kann sich Nitrit im Teichwasser ansammeln.

Das kann zum Beispiel bei einem neuen Filter, nach einer starken Filterreinigung oder bei einer plötzlich höheren Belastung passieren. Viel Fischfutter, ein hoher Fischbesatz oder größere Mengen organisches Material können die Filterbiologie ebenfalls stärker fordern.

Der passende Nitrit-Wert im Teich

Der Nitrit-Wert im Teich sollte möglichst nicht nachweisbar sein. Als praktische Orientierung gilt ein Wert von unter 0,1 mg/l als unauffällig.

Bereits ab etwa 0,1 mg/l sollte genauer hingeschaut werden. Steigt der Nitrit-Wert weiter an, kann das für Fische gefährlich werden.

Einen für jeden Teich gleichermaßen gültigen Grenzwert gibt es allerdings nicht. Wie giftig Nitrit ist, hängt unter anderem von der Fischart und dem Chloridgehalt des Wassers ab.

Chlorid ist ein natürlicher Bestandteil des Wassers und kommt beispielsweise als Bestandteil von Salzen vor. Ein höherer Chloridgehalt kann die Aufnahme von Nitrit über die Kiemen teilweise verringern.

Was passiert bei einem zu hohen Nitrit-Wert?

Ein zu hoher Nitrit-Wert im Teich kann für Fische gefährlich werden. Nitrit gelangt über die Kiemen in den Fisch und beeinträchtigt dort den Sauerstofftransport im Blut.

Die Fische können dadurch trotz ausreichend Sauerstoff im Wasser zunehmend Probleme bekommen. Bei deutlich erhöhten Werten kann es zu schweren Vergiftungen und im schlimmsten Fall zum Tod der Fische kommen.

Wie stark die Belastung ausfällt, hängt unter anderem von der Höhe des Nitrit-Wertes, der Einwirkungsdauer und den Wasserbedingungen ab.

Ist Nitrit gefährlich für Fische?

Ja. Nitrit ist für Fische deutlich problematischer als Nitrat. Schon geringe Mengen können belastend sein.

Nitrit wird über die Kiemen aufgenommen und beeinträchtigt den Sauerstofftransport im Blut. Bei hohen Belastungen kann es zu einer Nitritvergiftung kommen.

Ein dauerhaft nachweisbarer Nitrit-Wert ist deshalb kein normaler Zustand in einem stabilen Teich.

Wie verhalten sich Fische bei zu viel Nitrit?

Bei erhöhtem Nitrit können Fische unruhig wirken oder schneller atmen. Häufig halten sie sich näher an der Wasseroberfläche auf oder stehen verstärkt an der Einlaufstelle des Filters.

Bei stärkerer Belastung können sie apathisch werden, sich unsicher bewegen und zunehmend an Kraft verlieren.

Diese Anzeichen sind nicht eindeutig. Ähnliche Veränderungen können auch andere Ursachen haben. Zusammen mit einem erhöhten Nitrit-Wert sind sie aber ein deutlicher Hinweis auf ein Problem mit dem Wasser.

Warum steigt der Nitrit-Wert plötzlich an?

Ein Nitrit-Wert kann plötzlich ansteigen, wenn die Bakterien im Filter die anfallenden Stickstoffverbindungen nicht mehr schnell genug verarbeiten können.

Das kann zum Beispiel passieren, wenn sich der Fischbesatz erhöht, mehr gefüttert wird oder viel organisches Material im Teich anfällt. Auch nach einer gründlichen Filterreinigung oder beim Start eines neuen Filters kann die biologische Filterung vorübergehend schwächer sein.

Sauerstoff spielt ebenfalls eine Rolle. Die Bakterien, die Nitrit weiter zu Nitrat abbauen, benötigen ausreichend Sauerstoff. Fehlt davon genug, kann die Umwandlung ins Stocken geraten und der Nitrit-Wert im Teichwasser steigen.

Was tun bei einem erhöhten Nitrit-Wert?

Bei einem deutlich erhöhten Nitrit-Wert muss es vor allem mit Fischen im Teich schnell gehen. Die Belastung muss möglichst reduziert werden, gleichzeitig sollte die Ursache gefunden werden.

› Filter weiterlaufen lassen

Der biologische Filter sollte jetzt nicht gründlich gereinigt werden. Gerade die Bakterien auf dem Filtermaterial werden für den weiteren Nitrit-Abbau gebraucht.

› Teilwasserwechsel

Ein Teilwasserwechsel kann den Nitrit-Wert schnell verdünnen. Das Frischwasser sollte selbst geeignet sein und möglichst wenig Nitrit enthalten.

› Sauerstoff erhöhen

Eine gute Sauerstoffversorgung ist jetzt besonders wichtig. Belüftung und Wasserbewegung unterstützen die biologische Filterung.

› Nitrit-Senker im Notfall

Bei deutlich erhöhtem Nitrit können spezielle Nitrit-Senker eine zusätzliche Soforthilfe sein. Je nach Produkt binden sie Nitrit oder machen es für Fische vorübergehend weniger problematisch.

Solche Mittel können im Notfall sinnvoll sein. Sie ersetzen aber keinen Wasserwechsel und keine funktionierende Filterbiologie.

Der Nitrit-Wert kann wieder steigen, wenn die Ursache für die Belastung bestehen bleibt.

› Fütterung pausieren

Bei erhöhtem Nitrit bleibt das Futter erst einmal weg. Dadurch gelangt weniger neue organische Belastung in den Teich.

› Filter und Bakterien

Die biologische Filterung übernimmt beim Nitrit-Abbau eine wichtige Aufgabe. Bestimmte Bakterien wandeln Nitrit weiter zu Nitrat um.

Dafür brauchen sie ausreichend Sauerstoff und geeignete Bedingungen im Filter. Wird ein Filter sehr gründlich gereinigt oder längere Zeit abgeschaltet, kann die Zahl dieser Bakterien deutlich zurückgehen.

Nach einem Neustart kann es deshalb dauern, bis sich die biologische Filterung wieder stabilisiert.

Filterbakterien aus dem Handel können dabei unterstützen. Sie ersetzen aber keine funktionierende Filterung und lösen die Ursache eines dauerhaft erhöhten Nitrit-Wertes nicht automatisch.

› Ursache suchen

Danach muss die Ursache gefunden werden: zu viel Futter, hoher Fischbesatz, abgestorbenes organisches Material, Sauerstoffmangel oder eine gestörte Filterbiologie kommen unter anderem infrage.

Warum ist Sauerstoff beim Nitrit-Abbau wichtig?

Die Bakterien, die Nitrit zu Nitrat umwandeln, benötigen Sauerstoff. Fehlt ausreichend Sauerstoff, können die Bakterien Nitrit schlechter abbauen.

Besonders bei warmem Wetter, einem hohen Fischbesatz oder einer starken organischen Belastung kann Sauerstoff knapp werden.

Eine gute Sauerstoffversorgung hilft den Bakterien bei ihrer Arbeit und unterstützt damit auch den Abbau von Nitrit.

Wie kann man den Nitrit-Wert im Teich messen?

Den Nitrit-Wert im Teich können Sie mit einem einfachen Wassertest messen. Dafür gibt es Teststreifen und Tropftests.

Tropftests sind in der Regel genauer und eignen sich besser, wenn kleine Veränderungen erkannt werden sollen.

Bei einem erhöhten Wert zeigt eine zweite Messung, ob das Nitrit nur kurzfristig angestiegen ist oder länger erhöht bleibt.

Wie lässt sich Nitrit im Teich vermeiden?

Am besten entsteht Nitrit gar nicht erst in größeren Mengen. Dafür muss die biologische Filterung dauerhaft funktionieren und zur Belastung des Teiches passen.

Viel Futter und viele Fische bringen mehr organische Belastung in den Teich. Dadurch muss auch die biologische Filterung mehr leisten.

Abgestorbene Pflanzenteile und anderes organisches Material können ebenfalls zur Belastung beitragen.

Nach einer Filterreinigung oder dem Neustart eines Filters kann sich die biologische Filterung erst wieder stabilisieren. In dieser Zeit kann der Nitrit-Wert stärker schwanken.

Nitrit im Teich - kurz zusammengefasst

Nitrit (NO₂) entsteht als Zwischenprodukt im Stickstoffkreislauf. In einem gut funktionierenden Teich wird es von Bakterien weiter zu Nitrat abgebaut.

Der Nitrit-Wert im Teich sollte möglichst nicht nachweisbar sein. Als praktische Orientierung gilt ein Wert von unter 0,1 mg/l als unauffällig. Steigt der Wert an, sollte die Ursache gesucht werden.

Eine funktionierende biologische Filterung, ausreichend Sauerstoff und eine passende Belastung durch Fischbesatz und Fütterung halten Nitrit niedrig. Bei deutlich erhöhten Werten können Teilwasserwechsel und im Notfall ein Nitrit-Senker helfen, die Belastung zunächst zu reduzieren.

Der passende Nitrit-Wert im Teich

Der Nitrit-Wert im Teich sollte möglichst nicht nachweisbar sein. Als praktische Orientierung gilt ein Wert von unter 0,1 mg/l als unauffällig.

Nitrit ist für Fische deutlich problematischer als Nitrat. Steigt der Wert an, sollte deshalb nicht einfach abgewartet werden. Entscheidend ist, die Ursache zu finden und die Belastung für die Fische möglichst schnell zu reduzieren.

Ein kurzfristig leicht erhöhter Wert muss nicht sofort zu Schäden führen. Je höher der Nitrit-Wert ist und je länger die Belastung anhält, desto kritischer wird die Situation. Dabei spielen auch die Fischart und die Wasserbedingungen eine Rolle.

In einem stabilen Teich wird entstehendes Nitrit normalerweise von der biologischen Filterung weiter zu Nitrat abgebaut. Dauerhaft nachweisbares Nitrit ist deshalb ein Hinweis darauf, dass die biologische Filterung oder die Belastungssituation im Teich genauer betrachtet werden sollte.

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