CO₂-Wert im Teich - Bedeutung für Pflanzen und Fische

Der CO₂-Wert im Teich beschreibt, wie viel Kohlendioxid im Teichwasser gelöst ist. CO₂ kommt ganz natürlich im Teich vor. Es entsteht bei der Atmung von Fischen, Pflanzen und Mikroorganismen und wird beim Abbau organischer Stoffe freigesetzt.

Für Pflanzen hat CO₂ eine andere Bedeutung als für Fische. Pflanzen benötigen es für die Photosynthese, Fische geben es bei der Atmung an das Wasser ab. Beide Vorgänge gehören zum natürlichen Stoffkreislauf des Teiches.

Artikelinhalt

CO₂ im Teich auf einen Blick

  • Kein fester Sollwert: Der CO₂-Gehalt verändert sich im Tagesverlauf und hängt von den Bedingungen im Teich ab.
  • Tagesverlauf: Morgens ist der CO₂-Gehalt häufig höher als am Nachmittag, weil nachts keine Photosynthese stattfindet.
  • Pflanzen: Unterwasserpflanzen benötigen gelöstes CO₂ als wichtige Kohlenstoffquelle für die Photosynthese.
  • pH-Wert: CO₂ beeinflusst den pH-Wert. Der KH-Wert puffert dabei die Auswirkungen auf den pH-Wert.
  • Fische: Fische geben bei der Atmung CO₂ an das Wasser ab. Sehr hohe CO₂-Gehalte können für Fische problematisch werden.
  • Messen: Eine CO₂-Messung kann bei starken pH-Schwankungen, auffälligem Fischverhalten oder hoher organischer Belastung zusätzliche Informationen liefern.

CO₂ und Teichpflanzen

Pflanzen benötigen CO₂ für die Photosynthese. Mit Hilfe von Licht bauen sie daraus zusammen mit Wasser organische Stoffe auf. Dabei entsteht Sauerstoff.

Wo die Pflanze wächst, macht dabei einen wichtigen Unterschied.

Pflanzen mit Blättern über der Wasseroberfläche nehmen ihr CO₂ überwiegend aus der Luft auf. Dazu gehören viele Ufer- und Sumpfpflanzen.

Bei Unterwasserpflanzen ist die Situation anders. Ihre Blätter befinden sich im Wasser. Sie nehmen den benötigten Kohlenstoff deshalb aus dem Wasser auf. Gelöstes CO₂ ist dabei eine wichtige Kohlenstoffquelle. Einige Pflanzen können zusätzlich Hydrogencarbonat nutzen.

Auch Algen betreiben Photosynthese und verbrauchen dabei CO₂.

CO₂ im Tagesverlauf

Der CO₂-Gehalt verändert sich besonders durch die Photosynthese.

Bei Tageslicht nehmen Pflanzen und Algen CO₂ auf. Gleichzeitig geben Fische, Pflanzen und Mikroorganismen durch ihre Atmung weiterhin CO₂ an das Wasser ab.

Nachts fällt die Photosynthese weg, die Atmung läuft jedoch weiter.

Dadurch ist der CO₂-Gehalt morgens häufig höher als am Nachmittag.

Wie deutlich dieser Unterschied ausfällt, hängt von den Bedingungen im jeweiligen Teich ab. Ein dichter Pflanzen- oder Algenbestand kann den täglichen Verlauf verstärken.

CO₂-Wert im Teich - Zusammenhang mit Pflanzen, Fischen, pH-Wert und Sauerstoff
CO₂ im Teich beeinflusst Pflanzen, pH-Wert und das Zusammenspiel mit dem Sauerstoffgehalt.

CO₂ und der pH-Wert

CO₂ steht in engem Zusammenhang mit dem pH-Wert des Teichwassers.

Löst sich CO₂ im Wasser, kann daraus Kohlensäure entstehen. Der pH-Wert kann dadurch sinken. Wird durch die Photosynthese CO₂ aus dem Wasser aufgenommen, kann der pH-Wert dagegen steigen.

Das erklärt einen Teil der natürlichen pH-Schwankungen im Tagesverlauf.

Auch der KH-Wert spielt dabei eine Rolle. Die Karbonathärte wirkt als Puffer und beeinflusst, wie stark sich Veränderungen des CO₂-Gehalts auf den pH-Wert auswirken.

CO₂, pH-Wert und KH-Wert bilden deshalb ein eng miteinander verbundenes System.

CO₂ und Teichfische

Für Fische hat CO₂ eine andere Bedeutung als für Pflanzen.

Fische erzeugen CO₂ bei der Atmung und geben es über die Kiemen an das Wasser ab. Befindet sich bereits viel CO₂ im Wasser, wird dieser Austausch schwieriger.

Sehr hohe CO₂-Gehalte können deshalb für Fische problematisch werden. Besonders ungünstig ist die Kombination aus hohem CO₂-Gehalt und niedrigem Sauerstoffgehalt.

Eine solche Situation kann vor allem nachts entstehen. Fische und andere Lebewesen verbrauchen weiterhin Sauerstoff und geben CO₂ ab, während die Photosynthese der Pflanzen ausbleibt.

Fische, die an der Oberfläche stehen oder nach Luft schnappen, können auf einen Sauerstoffmangel hindeuten. Dieses Verhalten allein lässt jedoch keinen eindeutigen Rückschluss auf einen zu hohen CO₂-Gehalt zu.

CO₂ und Algen im Teich

CO₂ ist kein Mittel gegen Algen.

Algen benötigen selbst CO₂ für ihre Photosynthese. Ein hoher CO₂-Gehalt verhindert ihr Wachstum daher nicht grundsätzlich.

Bei einem starken Algenbestand kann tagsüber sogar viel CO₂ aus dem Wasser aufgenommen werden. Der CO₂-Gehalt sinkt und der pH-Wert kann gleichzeitig deutlich ansteigen.

Das Algenwachstum hängt allerdings nicht allein vom CO₂ ab. Auch Licht, Nährstoffe, Temperatur und die übrigen Bedingungen im Teich spielen eine Rolle.

Welcher CO₂-Wert ist im Teich normal?

Einen festen CO₂-Sollwert für jeden Gartenteich gibt es nicht.

Der Wert verändert sich im Tagesverlauf und hängt von den jeweiligen Bedingungen ab. Eine einzelne Messung zeigt deshalb immer nur eine Momentaufnahme.

CO₂-Werte aus der Aquaristik lassen sich nicht einfach als Zielwerte auf den Gartenteich übertragen. Ein Gartenteich unterliegt natürlichen Schwankungen und funktioniert biologisch anders als ein Aquarium.

Erst zusammen mit pH-Wert, KH-Wert und Sauerstoffgehalt lässt sich der CO₂-Gehalt sinnvoll einordnen.

CO₂ im Teich messen

CO₂ lässt sich mit speziellen Wassertests bestimmen. Bei einem stabilen Gartenteich ist eine regelmäßige Messung allerdings normalerweise nicht erforderlich.

Bei starken pH-Schwankungen, auffälligem Fischverhalten oder einer hohen organischen Belastung kann eine CO₂-Messung zusätzliche Informationen liefern.

Auch die Tageszeit beeinflusst den Messwert. Ein morgens gemessener Wert kann deutlich von einem am Nachmittag gemessenen Wert abweichen.

CO₂ im Teich im Winter

Im Winter verändert sich der CO₂-Haushalt des Teiches. Bei niedrigen Temperaturen läuft die Photosynthese vieler Pflanzen deutlich langsamer oder kommt weitgehend zum Erliegen. Gleichzeitig setzen Atmung und der Abbau organischer Stoffe weiterhin CO₂ frei.

Ist der Teich vollständig zugefroren, wird der Gasaustausch mit der Luft stark eingeschränkt. CO₂ kann sich dadurch im Wasser anreichern. Gleichzeitig kann Sauerstoff knapp werden, weil weiterhin Atmung und Abbauvorgänge stattfinden.

Eine offene Stelle in der Eisdecke ermöglicht dagegen weiterhin einen direkten Gasaustausch zwischen Wasser und Luft. Mit einem Eisfreihalter lässt sich eine solche offene Stelle auch bei längerem Frost erhalten. Wie sich ein Teich im Winter eisfrei halten lässt, hängt von den jeweiligen Bedingungen am Teich ab.

Wie stark sich CO₂ und Sauerstoff im Winter verändern, hängt unter anderem von der Eisdicke, der Wassertemperatur, dem Pflanzenbestand und der Menge organischer Stoffe im Teich ab.

CO₂ im Teich – das Wichtigste zum Schluss

CO₂ gehört zum natürlichen Stoffkreislauf des Teiches. Pflanzen benötigen es für die Photosynthese, während Fische, Pflanzen und Mikroorganismen bei der Atmung CO₂ an das Wasser abgeben.

Der CO₂-Gehalt verändert sich im Tagesverlauf. Zusammen mit pH-Wert, KH-Wert und Sauerstoffgehalt lässt sich der CO₂-Gehalt sinnvoll einordnen. Ein fester CO₂-Sollwert lässt sich für jeden Gartenteich nicht angeben.

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