Ammonium und Ammoniak im Teich: Werte, Ursachen und was tun?

Ammonium und Ammoniak entstehen im Teich ganz natürlich beim Abbau stickstoffhaltiger organischer Stoffe. Besonders in Teichen mit Fischen fallen diese Verbindungen regelmäßig an.

Problematisch wird es, wenn mehr Ammonium entsteht, als die biologische Reinigung des Teiches weiterverarbeiten kann. Dadurch steigt die Belastung des Wassers. Wie viel davon als Ammoniak vorliegt, hängt vor allem vom pH-Wert und von der Wassertemperatur ab. Ammoniak ist für Fische deutlich gefährlicher als Ammonium.

Ob eine Belastung kritisch ist, lässt sich deshalb nicht allein an einem einzelnen Messwert beurteilen. Für die Bewertung müssen auch die Bedingungen im Teich berücksichtigt werden.

Artikelinhalt

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ammonium und Ammoniak entstehen beim natürlichen Abbau stickstoffhaltiger Stoffe im Teich.
  • Ammoniak (NH₃) ist für Fische deutlich giftiger als Ammonium.
  • Der Anteil an Ammoniak steigt mit zunehmendem pH-Wert und steigender Wassertemperatur.
  • Erhöhte Werte können durch Fischbesatz, Futterreste, organisches Material oder eine gestörte biologische Reinigung entstehen.
  • Ammonium und Ammoniak lassen sich mit unterschiedlichen Wassertests direkt im Teichwasser messen.
Ammonium und Ammoniak im Teich - wichtige Wasserwerte
Ammonium und Ammoniak im Teich gehören zum natürlichen Stickstoffkreislauf und können bei erhöhten Werten die Fische belasten.

Welche Werte sind bei Ammonium und Ammoniak normal?

Ammonium und Ammoniak sollten im Teich möglichst niedrig sein. Ein erhöhter Ammoniumwert bedeutet jedoch nicht automatisch, dass für Fische eine akute Gefahr besteht. Entscheidend ist vor allem, wie hoch der pH-Wert und die Wassertemperatur sind, weil dadurch der Anteil an Ammoniak beeinflusst wird.

Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie viel Ammonium im Wasser vorhanden ist. Wichtig ist auch, welcher Anteil davon als Ammoniak (NH3) vorliegt. Dieser Anteil steigt mit zunehmendem pH-Wert und steigender Wassertemperatur.

Welcher Ammoniakwert ist für Fische kritisch?

Ammoniak (NH3) ist für Fische bereits in geringen Konzentrationen giftig. Wie empfindlich die Fische reagieren, hängt unter anderem von der Fischart und der Dauer der Belastung ab.

Als grobe Orientierung wird für Ammoniak ein Wert von etwa 0,02 mg/l oder weniger herangezogen. Bereits darunter können empfindliche Fischarten auf eine länger anhaltende Belastung reagieren.

Ammonium und Ammoniak messen

Ammonium und Ammoniak lassen sich mit unterschiedlichen Wassertests messen. Beide Werte können damit direkt im Teichwasser bestimmt werden.

Für Ammonium und Ammoniak werden jeweils passende Tests verwendet. Die Messung erfolgt mit einer Wasserprobe aus dem Teich und gibt Aufschluss darüber, wie hoch die jeweilige Konzentration im Wasser ist.

Die beiden Messwerte sollten dabei nicht miteinander verwechselt werden. Ein niedriger Ammoniumwert bedeutet nicht automatisch, dass auch kein Ammoniak vorhanden ist. Umgekehrt kann ein erhöhter Ammoniumwert bei einem niedrigeren pH-Wert eine andere Bedeutung haben als bei einem höheren pH-Wert.

Für die Beurteilung der Wasserqualität ist es deshalb sinnvoll, Ammonium und Ammoniak getrennt zu betrachten und die jeweiligen Messwerte zusammen mit den Bedingungen im Teich einzuordnen.

Was tun bei erhöhtem Ammonium oder Ammoniak?

› Vorübergehend weniger oder gar nicht füttern

Bei erhöhten Ammonium- oder Ammoniakwerten kann eine vorübergehende Futterpause die Belastung des Teiches reduzieren.

› Für ausreichend Sauerstoff sorgen

Für den natürlichen Abbau von Ammonium und Nitrit wird Sauerstoff benötigt. Bei Sauerstoffmangel kann dieser Abbau langsamer werden oder zum Erliegen kommen.

› Filter und biologische Reinigung

Auch ein neuer oder stark verschmutzter Filter kann dazu führen, dass Ammonium nicht ausreichend abgebaut wird.

› Teilwasserwechsel

Ein Teilwasserwechsel kann erhöhte Ammonium- und Ammoniakwerte schnell senken. Wie viel Wasser dabei gewechselt wird, hängt von der Höhe des Messwertes und der Situation im Teich ab.

Was ist Ammonium im Teich?

Ammonium ist eine gelöste Stickstoffverbindung mit der chemischen Formel NH4+. Es entsteht unter anderem beim Abbau von Eiweiß und anderen stickstoffhaltigen organischen Stoffen.

Ammonium entsteht unter anderem durch Ausscheidungen von Fischen, Futterreste, abgestorbene Pflanzen und Tiere, organische Ablagerungen und Teichschlamm sowie eingetragenes organisches Material wie Laub.

In einem stabilen Teich wird das entstehende Ammonium von Mikroorganismen weiter umgesetzt. Dabei beginnt die Nitrifikation: Ammonium und Ammoniak werden zunächst zu Nitrit und anschließend zu Nitrat umgewandelt.

Ein nachweisbarer Ammoniumwert bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Teich schlecht gepflegt ist. Entscheidend ist, ob das entstehende Ammonium im Teich ausreichend weiter umgesetzt wird oder sich zunehmend anreichert.

Was ist Ammoniak?

Ammoniak hat die chemische Formel NH3. Im Wasser steht es in einem natürlichen Gleichgewicht mit Ammonium:

NH4+ ⇌ NH3 + H+

Ammonium und Ammoniak sind deshalb eng miteinander verbunden. Je nach Bedingungen im Wasser liegt ein Teil des Stickstoffs als Ammonium und ein Teil als Ammoniak vor.

Für Fische ist vor allem Ammoniak (NH3) problematisch. Je höher der Anteil an Ammoniak im Wasser ist, desto größer ist die Belastung für die Fische.

Wann wird Ammonium zu einem Problem?

Ammonium ist deutlich weniger giftig als Ammoniak. Problematisch wird es vor allem dann, wenn ein größerer Teil des Ammoniums als Ammoniak (NH3) vorliegt.

Wie groß dieser Anteil ist, hängt vor allem von zwei Faktoren ab:

pH-Wert und Wassertemperatur.

Mit steigendem pH-Wert steigt der Anteil an Ammoniak (NH3) im Wasser. Auch eine höhere Wassertemperatur erhöht den Ammoniakanteil.

Der gleiche Ammoniumwert kann deshalb bei unterschiedlichem pH-Wert und unterschiedlicher Wassertemperatur eine andere Bedeutung haben.

Warum der pH-Wert bei Ammoniak so wichtig ist?

Der pH-Wert beeinflusst, wie viel Ammonium und wie viel Ammoniak im Wasser vorhanden ist.

Bei einem niedrigeren pH-Wert liegt der größte Teil als Ammonium vor. Steigt der pH-Wert, nimmt der Anteil an Ammoniak (NH3) zu.

Schon bei den pH-Werten, die in Gartenteichen häufig vorkommen, kann sich der Anteil an Ammoniak deutlich verändern.

Bei 25 °C liegen bei einem pH-Wert von 8,0 rund 5 % als Ammoniak vor. Bei pH 8,5 sind es bereits rund 15 %. Bei pH 9,0 liegt mehr als ein Drittel als Ammoniak vor.

Wie viel Ammoniak aus einem bestimmten Ammoniumwert entsteht, hängt deshalb vom pH-Wert und von der Wassertemperatur ab.

Welche Rolle spielt die Wassertemperatur?

Neben dem pH-Wert beeinflusst auch die Wassertemperatur den Anteil an Ammoniak.

Bei gleichem Ammoniumwert und gleichem pH-Wert steigt mit zunehmender Wassertemperatur der Anteil an Ammoniak.

Das ist vor allem im Sommer wichtig. Bei warmem Wasser und einem höheren pH-Wert kann ein größerer Anteil des Ammoniums als Ammoniak (NH3) vorliegen. Kommt zusätzlich eine hohe organische Belastung hinzu, kann die Ammoniumkonzentration weiter steigen.

Woher kommen erhöhte Ammoniumwerte im Teich?

Erhöhte Ammoniumwerte können verschiedene Ursachen haben. Häufig kommen dabei mehrere Faktoren zusammen.

› Zu hoher Fischbesatz

Fische geben stickstoffhaltige Stoffwechselprodukte an das Wasser ab. Mit zunehmendem Fischbestand steigt deshalb auch die Belastung des Teiches mit stickstoffhaltigen Stoffen.

Bei starkem Fischbesatz kann die Belastung des Teiches deutlich zunehmen. Besonders bei Koi kann durch den hohen Futterbedarf eine größere Menge stickstoffhaltiger Stoffe anfallen.

› Zu viel Futter

Nicht gefressenes Futter belastet das Wasser. Beim Abbau durch Mikroorganismen können dabei zusätzliche stickstoffhaltige Stoffe entstehen.

Bleibt regelmäßig Futter übrig, kann dies die Belastung des Teichwassers erhöhen.

› Abgestorbenes organisches Material

Auch abgestorbene Pflanzen und Tiere sowie andere organische Ablagerungen können beim Abbau Ammonium freisetzen.

› Gestörte Filterbiologie

Die biologische Reinigung des Teiches erfolgt durch Mikroorganismen, die die verschiedenen Stickstoffverbindungen weiter abbauen.

Ist die biologische Filterleistung zu gering, kann sich Ammonium im Wasser anreichern. Das kann beispielsweise nach einem Filterausfall, einer starken Reinigung des Filters oder einer deutlichen Erhöhung des Fischbesatzes passieren.

Ammonium, Ammoniak, Nitrit und Nitrat

Ammonium und Ammoniak gehören zum natürlichen Stickstoffkreislauf des Teiches.

Vereinfacht läuft der Abbau so ab:

Ammonium und Ammoniak → Nitrit → Nitrat

Der Abbau erfolgt durch verschiedene Mikroorganismen. Sie wandeln Ammonium und Ammoniak zunächst in Nitrit und anschließend in Nitrat um.

Nitrit kann für Fische bereits in geringen Konzentrationen problematisch sein. Nitrat ist deutlich weniger giftig und wird von Pflanzen als Nährstoff aufgenommen.

Steigt der Ammoniumwert an, kann das darauf hindeuten, dass mehr stickstoffhaltige Stoffe anfallen, als die Mikroorganismen im Teich gerade weiter abbauen können.

Ammonium und Ammoniak stehen dabei mit weiteren Wasserwerten wie pH-Wert, Sauerstoff, Nitrit und Nitrat in Verbindung. Auch die Menge an organischem Material im Teich spielt eine Rolle.

Ammoniakanteil bei unterschiedlichen pH-Werten und Temperaturen

WassertemperaturpH 7,0pH 7,5pH 8,0pH 8,5pH 9,0
10 °C0,2 %0,6 %1,9 %6,0 %17,7 %
15 °C0,3 %0,9 %2,5 %8,2 %23,1 %
20 °C0,4 %1,2 %3,8 %11,2 %28,4 %
25 °C0,6 %1,7 %5,4 %15,3 %36,3 %
30 °C0,8 %2,3 %7,2 %20,3 %44,0 %

Die Tabelle zeigt, welcher Anteil des im Wasser vorhandenen Ammonium-Ammoniak-Gemisches als Ammoniak (NH3) vorliegt. Mit steigendem pH-Wert und steigender Wassertemperatur nimmt dieser Anteil deutlich zu.

Sollte man bei Ammoniak den pH-Wert senken?

Ein hoher pH-Wert erhöht den Anteil an Ammoniak (NH3). Trotzdem sollte der pH-Wert nicht kurzfristig und stark verändert werden. Bei erhöhten Ammoniakwerten ist es wichtiger, die Ursache der Belastung zu beseitigen und den Ammoniakwert zu senken.

Ein Teilwasserwechsel kann dabei helfen, erhöhte Ammonium- und Ammoniakwerte schnell zu senken.

Was bedeutet ein hoher Ammoniumwert bei niedrigem pH-Wert?

Auch bei einem niedrigen pH-Wert kann ein erhöhter Ammoniumwert auf eine Belastung des Teiches hinweisen.

Bei einem niedrigen pH-Wert liegt zwar ein größerer Teil als Ammonium vor. Ein erhöhter Wert zeigt trotzdem, dass im Teich mehr Ammonium entsteht, als gerade abgebaut werden kann.

Ammonium und Ammoniak im Jahresverlauf

Die Werte für Ammonium und Ammoniak können sich im Jahresverlauf verändern.

Im Frühjahr nimmt die biologische Aktivität im Teich mit steigenden Temperaturen wieder zu. Dadurch verändert sich auch der Abbau stickstoffhaltiger Stoffe.

Im Sommer können hohe Wassertemperaturen und ein höherer Stoffwechsel der Fische zusammenkommen. Gleichzeitig kann der pH-Wert im Tagesverlauf stärker schwanken. Dadurch kann sich auch der Anteil an Ammoniak (NH3) im Wasser verändern.

Im Herbst gelangt häufig mehr Laub und anderes organisches Material in den Teich. Beim Abbau dieser Stoffe kann zusätzlich Ammonium entstehen.

Der passende Ammonium- und Ammoniak-Wert im Teich

Ammonium und Ammoniak sollten im Teich möglichst niedrig sein. Ein erhöhter Ammoniumwert bedeutet dabei nicht automatisch eine akute Gefahr für die Fische. Entscheidend ist vor allem, welcher Anteil des Ammoniums als Ammoniak vorliegt.

Mit steigendem pH-Wert und steigender Wassertemperatur nimmt der Anteil an Ammoniak zu. Deshalb kann derselbe Ammoniumwert unter unterschiedlichen Bedingungen eine andere Bedeutung haben.

Erhöhte Werte können auf eine zu hohe Belastung durch Fische, Futter oder organisches Material sowie auf eine unzureichende biologische Reinigung hinweisen. Bei erhöhten Ammonium- oder Ammoniakwerten sollte deshalb die Ursache der Belastung gesucht und die Situation im Teich entsprechend verbessert werden.

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