Teichpflanzen gegen Algen: Welche Pflanzen helfen wirklich?

Bevor Sie für viel Geld neue Teichpflanzen gegen Algen kaufen, sollten Sie eines wissen: Teichpflanzen sind kein Algenvernichter. Sie können Algenwachstum zwar begrenzen, indem sie Nährstoffe aufnehmen und die Wasserfläche teilweise beschatten. Damit die aufgenommenen Nährstoffe aber tatsächlich aus dem Teich verschwinden, muss die gewachsene Pflanzenmasse regelmäßig zurückgeschnitten und aus dem Teich entfernt werden.

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Besonders geeignet sind schnell wachsende Unterwasserpflanzen wie Hornkraut, Wasserpest und Tausendblatt. Auch Froschbiss, Schwimmfarn und Krebsschere können Nährstoffe aus dem Wasser aufnehmen. Seerosen und Seekanne helfen zusätzlich durch die Beschattung der Wasseroberfläche.

Welche Pflanzen tatsächlich geeignet sind, hängt vom Teich und vom Standort ab. Entscheidend ist außerdem, dass die Pflanzen gut wachsen und überschüssige Pflanzenmasse später aus dem Teich entfernt wird.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Teichpflanzen können Algenwachstum begrenzen, sind aber kein Algenvernichter.
  • Schnell wachsende Pflanzen nehmen Nährstoffe auf und können dadurch das Algenwachstum bremsen.
  • Schwimmpflanzen und Schwimmblattpflanzen beschatten die Wasseroberfläche und nehmen den Algen Licht.
  • Aufgenommene Nährstoffe werden erst dauerhaft aus dem Teich entfernt, wenn Pflanzenmasse aus dem Teich genommen wird.
  • Bei starkem Algenwachstum sollte auch nach den Ursachen für den hohen Nährstoffeintrag gesucht werden.

Teichpflanzen gegen Algen: Der Zweck dahinter

Für ihr Wachstum benötigen Teichpflanzen unter anderem Stickstoff und Phosphat. Diese Nährstoffe nehmen sie je nach Pflanzenart über das Wasser oder über ihre Wurzeln auf und bauen sie in ihre Pflanzenmasse ein.

Damit können sie den Algen einen Teil der verfügbaren Nährstoffe entziehen. Die Nährstoffe sind damit aber zunächst nicht aus dem Teich verschwunden. Sie stecken nur in den Pflanzen.

Erst wenn die gewachsene Pflanzenmasse aus dem Teich entfernt wird, werden auch die darin gebundenen Nährstoffe dauerhaft aus dem Teichsystem entfernt.

Einfach Pflanzen in den Teich zu setzen, ist also noch nicht die eigentliche Maßnahme. Entscheidend ist, dass die Pflanzen wachsen und die darin gebundenen Nährstoffe anschließend mit der Pflanzenmasse aus dem Teich entfernt werden.

Je kräftiger die Pflanzen wachsen, desto mehr Pflanzenmasse kann dabei entstehen. Was davon dauerhaft im Teich bleibt und wieder verrottet, bringt die gebundenen Nährstoffe allerdings wieder zurück in den Nährstoffkreislauf.

Beispiel aus der Praxis: Wasserpest im nährstoffreichen Teich

  • Starkes Wachstum: In einem nährstoffreichen Teich kann sich Wasserpest unter günstigen Bedingungen stark ausbreiten. Dabei werden Nährstoffe in neuer Pflanzenmasse gebunden.
  • Rückschnitt: Wird die Wasserpest zurückgeschnitten und aus dem Teich entfernt, werden auch die darin gebundenen Nährstoffe aus dem Teich genommen.
  • Neues Wachstum: Die Wasserpest wächst weiter und nimmt erneut Nährstoffe auf. So können immer wieder Nährstoffe in Pflanzenmasse gebunden und durch deren Entfernung aus dem Teich ausgetragen werden.

Welche Teichpflanzen gegen Algen?

Teichpflanzen können Algenwachstum begrenzen, wenn sie gut wachsen und dabei Nährstoffe aufnehmen. Schnell wachsende Unterwasser- und Schwimmpflanzen nehmen Nährstoffe direkt aus dem Wasser auf. Wurzelnde Pflanzen nutzen je nach Art auch den Wurzelbereich als Nährstoffquelle. Schwimm- und Schwimmblattpflanzen können zusätzlich die Wasseroberfläche beschatten.

Die folgende Übersicht zeigt einige Teichpflanzen, die bei Algenproblemen infrage kommen, und erklärt kurz, wie sie dazu beitragen können.

PflanzeWie sie gegen Algen beitragen kann
HornkrautNimmt Nährstoffe direkt aus dem Wasser auf und kann bei gutem Wachstum viel Pflanzenmasse bilden.
WasserpestNimmt Nährstoffe direkt aus dem Wasser auf und wächst unter passenden Bedingungen kräftig.
Ähriges TausendblattNimmt Nährstoffe direkt aus dem Wasser auf und kann bei guten Bedingungen viel Pflanzenmasse bilden.
TannenwedelNimmt Nährstoffe aus dem Wasser und über den Wurzelbereich auf.
NadelsimseNimmt Nährstoffe über den Wurzelbereich auf und bildet dabei Pflanzenmasse.
WasserschraubeNimmt Nährstoffe über die Wurzeln auf und kann bei passenden Bedingungen kräftig wachsen.
SchwimmlöffelNimmt Nährstoffe auf und kann mit seinen Blättern die Wasseroberfläche teilweise beschatten.
SeekanneNimmt Nährstoffe auf und beschattet mit ihren Schwimmblättern die Wasseroberfläche.
FroschbissNimmt Nährstoffe direkt aus dem Wasser auf und beschattet die Wasseroberfläche.
SchwimmfarnNimmt Nährstoffe direkt aus dem Wasser auf und bildet eine schwimmende Pflanzendecke.
MuschelblumeNimmt Nährstoffe direkt aus dem Wasser auf und beschattet die Wasseroberfläche.
KalmusNimmt Nährstoffe über den Wurzelbereich auf und bildet Pflanzenmasse im flachen Wasser.
Wasser-SchwertlilieNimmt Nährstoffe über den Wurzelbereich auf und bildet Pflanzenmasse im Flachwasser.
HechtkrautNimmt Nährstoffe über den Wurzelbereich auf und bildet oberirdische Pflanzenmasse.

Schwimmpflanzen gegen Algen

Schwimmpflanzen können für einen Teich mit Algenproblemen interessant sein. Sie nehmen Nährstoffe direkt aus dem Wasser auf und bilden bei gutem Wachstum viel neue Pflanzenmasse.

Dazu gehören zum Beispiel Froschbiss, Schwimmfarn und Krebsschere. Wenn sie gut wachsen, entsteht dabei viel neue Pflanzenmasse. Was davon zu viel wird, sollte regelmäßig abgeschöpft und aus dem Teich entfernt werden.

Wasserlinse ist ein Sonderfall. Sie nimmt ebenfalls Nährstoffe auf und beschattet die Wasseroberfläche, kann sich unter günstigen Bedingungen aber sehr schnell ausbreiten und große Flächen bedecken. Für viele Gartenteiche ist sie deshalb eher mit Vorsicht zu sehen.

Schwimmblattpflanzen

Seerosen und Seekanne bedecken Teile der Wasseroberfläche mit ihren Blättern. Ihre Stärke liegt vor allem in der Beschattung.

Je größer die beschattete Fläche ist, desto weniger Sonnenlicht gelangt in die oberen Wasserschichten. Die Beschattung allein reicht aber nicht aus, wenn im Teich dauerhaft viele Nährstoffe vorhanden sind.

Flachwasser- und Sumpfpflanzen

Flachwasser- und Sumpfpflanzen wachsen am Teichrand oder in flachen Bereichen. Sie nehmen Nährstoffe über ihre Wurzeln auf und bilden dabei Pflanzenmasse.

Hechtkraut ist ein Beispiel für eine solche Pflanze. Auch Kalmus, Wasser-Schwertlilie und Rohrkolben wachsen in diesem Bereich.

Teichpflanzen im Fischteich

Bei Fischen kommen zusätzliche Nährstoffe in den Teich. Sie gelangen vor allem durch das Futter und die Ausscheidungen der Fische ins Wasser. Gleichzeitig fressen manche Fische Wasserpflanzen oder beschädigen sie beim Gründeln.

Bei einem gut besetzten Fischteich können Pflanzen zwar Nährstoffe aufnehmen, der Eintrag kann aber trotzdem größer sein als das, was die Pflanzen aufnehmen können. Besonders bei Koi und größeren Karpfen wird eine dichte Bepflanzung oft schwierig, weil die Fische Pflanzen fressen oder aus dem Boden lösen.

Je mehr Fische im Teich leben und je mehr gefüttert wird, desto größer ist der Nährstoffeintrag.

Teichpflanzen gegen Algen – worauf es wirklich ankommt

Teichpflanzen gegen Algen können das Algenwachstum begrenzen, wenn sie kräftig wachsen und dabei Nährstoffe aufnehmen. Sie sind aber kein Algenvernichter und ersetzen keine Ursachenanalyse bei dauerhaft starkem Algenwachstum.

Entscheidend sind eine passende Pflanzenauswahl, gute Wachstumsbedingungen und ein regelmäßiger Rückschnitt. Überschüssige Pflanzenmasse sollte aus dem Teich entfernt werden.

Schwimm- und Schwimmblattpflanzen können zusätzlich die Wasseroberfläche beschatten und dadurch das Algenwachstum bremsen. Bei dauerhaft hohem Nährstoffeintrag reicht die Bepflanzung allein meist nicht aus.

Unsere Erfahrung aus der Teichpflege: Nicht möglichst viele Pflanzen sind das Ziel, sondern eine passende Bepflanzung, die gut wächst und dauerhaft zum Teich passt.
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