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Algen sind bei vielen unserer Kunden und bei den Anfragen, die uns erreichen, ein Thema Nummer eins. Gerade im Frühjahr und Sommer stellt sich für viele Teichbesitzer die Frage, was gegen grünes Wasser oder Fadenalgen hilft und ob sich das Problem vielleicht mit einem einfachen Hausmittel lösen lässt.
Hausmittel gegen Algen im Teich werden im Internet häufig empfohlen. Ob Essig, Milch, Natron, Backpulver, Torf oder Eichenholz – für fast jedes Algenproblem findet sich ein angeblicher Geheimtipp. Einige dieser Tipps sorgen bei uns allerdings regelmäßig für Kopfschütteln – vor allem dann, wenn wir sie bei einem Kundenteich wiederfinden.
Bei manchen Hausmitteln gibt es einen nachvollziehbaren Zusammenhang mit den Wasserwerten. Eine dauerhafte Lösung gegen Algen sind sie trotzdem meistens nicht. Andere Hausmittel können die Wasserqualität sogar verschlechtern oder das biologische Gleichgewicht im Teich stören.
In diesem Teich-Tipp zeigen wir, welche Hausmittel gegen Algen häufig empfohlen werden, was sie im Teich bewirken und warum die Ursache des Algenwachstums wichtiger ist als ein einzelnes Hausmittel.
Bevor man sich Gedanken über ein Hausmittel gegen Algen macht, sollte man sich anschauen, warum die Algen überhaupt so stark wachsen. Algen gehören zunächst einmal zu einem natürlichen Teich dazu. Problematisch werden sie erst, wenn sie sich massenhaft vermehren. Das kann verschiedene Ursachen haben. Häufig kommen mehrere Faktoren zusammen.
Algen benötigen Nährstoffe zum Wachsen. Besonders Phosphat und Stickstoff spielen dabei eine wichtige Rolle. Diese gelangen beispielsweise durch Fischfutter, Fischkot, Laub und abgestorbene Pflanzenteile in den Teich.
Bei älteren Teichen kommt häufig noch eine weitere Nährstoffquelle hinzu: Teichschlamm. Im Laufe der Jahre können sich dort große Mengen organischer Substanz ansammeln, die beim Abbau wieder Nährstoffe an das Wasser abgeben.
Deshalb bringt es häufig wenig, nur die sichtbaren Algen zu entfernen. Bleibt die Nährstoffquelle bestehen, kommen die Algen meist wieder.
Algen benötigen Licht für die Photosynthese. Ein Teich in voller Sonne bietet deshalb gute Bedingungen für Algenwachstum. Steigen im Frühjahr und Sommer zusätzlich die Wassertemperaturen, kann sich das Wachstum innerhalb kurzer Zeit deutlich verstärken. Eine teilweise Beschattung durch geeignete Wasserpflanzen kann hier hilfreich sein.
Auch die Bepflanzung spielt eine Rolle. Wasserpflanzen nehmen Nährstoffe auf und stehen damit in Konkurrenz zu den Algen.
Umgekehrt kann ein zu hoher Fischbestand die Nährstoffbelastung deutlich erhöhen. Fischkot und nicht gefressenes Futter gelangen direkt in den Nährstoffkreislauf des Teiches.
Wenn das Wasser plötzlich grün wird, handelt es sich häufig um eine Schwebealgenblüte. Dabei befinden sich sehr viele mikroskopisch kleine Algen im Wasser. Das ist etwas anderes als Fadenalgen, die als grüne Fäden oder Büschel sichtbar wachsen.
Wer seinen Teich wieder klar bekommen möchte, sollte deshalb nicht nur nach einem Hausmittel suchen. Entscheidend ist, die Ursache des Algenwachstums zu finden und die Nährstoffbelastung zu reduzieren.
Denn genau hier liegt das Problem vieler vermeintlicher Geheimtipps: Sie können das Erscheinungsbild des Teiches kurzfristig verändern, beseitigen aber nicht automatisch die Ursache.
Auch Natron wird immer wieder als Hausmittel gegen Algen im Teich empfohlen. Besonders gegen Fadenalgen findet man im Internet den Tipp, Natron direkt auf die Algen zu streuen.
Natron kann die Karbonathärte beziehungsweise die Alkalinität des Wassers erhöhen und dadurch auch Einfluss auf den pH-Wert nehmen. Wie stark sich die Werte verändern, hängt von der vorhandenen Wasserchemie ab.
Das eigentliche Algenproblem wird dadurch allerdings nicht gelöst. Phosphat und Stickstoff bleiben im Teich und stehen den Algen weiterhin als Nährstoffe zur Verfügung.
Gerade bei Fadenalgen wird Natron häufig als einfaches Hausmittel empfohlen. Eine zuverlässige und dauerhafte Bekämpfung der Fadenalgen ist damit allerdings nicht zu erwarten.
Wir würden deshalb nicht einfach größere Mengen Natron in den Teich geben. Man verändert damit die Chemie des Wassers, ohne die Ursache des Algenwachstums zu beseitigen. Außerdem kann Bicarbonat von Algen als Kohlenstoffquelle genutzt werden – Natron ist also keineswegs automatisch ein Mittel, das Algen „aushungert“.
Bei Fadenalgen ist es sinnvoller, die Algen zunächst mechanisch zu entfernen und anschließend nach den Ursachen für das starke Wachstum zu suchen. Sind weiterhin ausreichend Nährstoffe und Licht vorhanden, wachsen die Fadenalgen wieder nach.
Der pH-Wert eines Teiches kann sich im Laufe des Tages ohnehin verändern. Dafür sind unter anderem die Karbonathärte, der Kohlendioxidgehalt und die Photosynthese von Algen und Wasserpflanzen verantwortlich.
Mit Natron sollte deshalb nicht einfach auf Verdacht in die Wasserwerte eingegriffen werden. Eine Veränderung des pH-Wertes oder der Karbonathärte beseitigt schließlich nicht die Ursache des Algenwachstums.
Backpulver wird häufig mit Natron gleichgesetzt. Es handelt sich aber nicht um dasselbe Produkt. Backpulver enthält neben Natron weitere Bestandteile und ist deshalb für die Behandlung von Teichwasser nicht geeignet.
Auch Essig und Apfelessig werden häufig als Hausmittel gegen Algen im Teich eingesetzt. Besonders bei Fadenalgen soll die Säure die Algen abtöten. Essig enthält Essigsäure und kann den pH-Wert des Wassers absenken. Wie stark sich der pH-Wert verändert, hängt dabei unter anderem von der Menge des Essigs und der Karbonathärte beziehungsweise Alkalinität des Teichwassers ab.
Das eigentliche Algenproblem wird dadurch allerdings nicht gelöst. Phosphat und Stickstoff bleiben im Teich und stehen den Algen weiterhin als Nährstoffe zur Verfügung.
Hinzu kommt, dass die Essigsäure nicht nur auf die Algen wirkt. Wird der pH-Wert deutlich verändert, betrifft das den gesamten Teich und damit auch Fische, Pflanzen und andere Wasserorganismen.
Apfelessig unterscheidet sich in diesem Punkt nicht grundsätzlich von normalem Essig. Auch hier ist die enthaltene Essigsäure für die Wirkung verantwortlich.
Wir würden deshalb auch Apfelessig nicht zur Algenbekämpfung in einen bestehenden Teich geben. Gerade bei größeren Mengen lässt sich nur schwer abschätzen, wie stark sich der pH-Wert verändert.
Torf und Eichenholz werden ebenfalls häufig als natürliche Mittel gegen Algen genannt. Beide geben Huminstoffe und organische Säuren an das Wasser ab und können dadurch Einfluss auf die Wasserwerte nehmen.
Torf kann den pH-Wert des Teichwassers senken. Gleichzeitig können die Huminstoffe das Wasser bräunlich färben. Wie stark sich die Wasserwerte verändern, hängt unter anderem von der Menge des Torfs und der vorhandenen Karbonathärte ab.
Bei einem Gartenteich mit ausreichend hoher Karbonathärte ist die Wirkung auf den pH-Wert außerdem begrenzt. Sinkt die Karbonathärte dagegen deutlich ab, kann das Wasser seine Pufferwirkung verlieren und der pH-Wert stärker schwanken.
Torf ist deshalb kein geeignetes Mittel, um ein Algenproblem dauerhaft zu lösen. Die Nährstoffe, von denen sich die Algen ernähren, verschwinden dadurch nicht aus dem Teich.
Auch Eichenholz kann Huminstoffe und Gerbstoffe an das Wasser abgeben. Dadurch kann sich das Wasser leicht bräunlich verfärben und der pH-Wert kann beeinflusst werden.
Als natürliches Material kann Eichenholz im Teich durchaus seinen Platz haben. Als Mittel gegen Algen würden wir es allerdings nicht einsetzen.
Wenn ein Teich stark mit Algen belastet ist, sollte man nicht versuchen, den pH-Wert mit Torf oder Eichenholz zu verändern. Entscheidend ist vielmehr, die Ursache des Algenwachstums zu finden und die Nährstoffbelastung zu reduzieren.
Torf und Eichenholz können die Eigenschaften des Teichwassers verändern, sind aber keine zuverlässigen Hausmittel gegen Algen.
Auch Milch wird gelegentlich als Hausmittel gegen Algen im Teich empfohlen. Die Idee dahinter ist, dass die enthaltene Milchsäure das Algenwachstum hemmen soll.
Eine zuverlässige Wirkung gegen Algen ist allerdings nicht belegt. Gleichzeitig bringt Milch zusätzliche organische Stoffe in den Teich. Eiweiße, Fette und Milchzucker werden von Mikroorganismen abgebaut und können dabei die Wasserqualität belasten.
Gerade bei einem bestehenden Algenproblem würden wir deshalb keine Milch in den Teich geben. Damit wird die Ursache des Algenwachstums nicht beseitigt und das Wasser wird nicht nährstoffärmer.
Auch Zitronensäure wird gelegentlich als Hausmittel gegen Algen im Teich empfohlen. Die Säure soll dabei das Algenwachstum hemmen oder die Algen absterben lassen. Zitronensäure kann den pH-Wert des Teichwassers absenken. Wie stark sich die Wasserwerte verändern, hängt unter anderem von der Menge der Zitronensäure und der Karbonathärte beziehungsweise Alkalinität des Wassers ab.
Das eigentliche Algenproblem wird dadurch allerdings nicht gelöst. Phosphat und Stickstoff bleiben im Teich und stehen den Algen weiterhin als Nährstoffe zur Verfügung.
Hinzu kommt, dass man mit Zitronensäure nicht nur auf die Algen einwirkt. Man verändert damit die Wasserchemie des gesamten Teiches. Bei stärkeren Veränderungen können auch Fische, Pflanzen und andere Wasserorganismen beeinträchtigt werden.
Gerade bei Fadenalgen wird manchmal empfohlen, Zitronensäure direkt auf die Algen zu geben. Die Säure kann dabei die Algen lokal schädigen. Eine dauerhafte Lösung für das Algenproblem ist das aber nicht.
Wir empfehlen deshalb keine Zitronensäure in einen bestehenden Gartenteich geben. Die Wirkung lässt sich nur schwer kontrollieren und die Ursache des Algenwachstums bleibt bestehen.
Wer Fadenalgen entfernen möchte, kann sie wesentlich einfacher mechanisch aus dem Teich holen. Dabei werden gleichzeitig die in den Algen gebundenen Nährstoffe aus dem Teich entfernt.
Hausmittel können bei einem Algenproblem interessant klingen, lösen die eigentliche Ursache aber nur selten. Entscheidend ist, warum sich die Algen im Teich so stark vermehren.
Bei Problemen mit Algen im Teich greifen Sie gleich besser zu Teichpflegemitteln. Hausmittel im Teich werden Ihnen langfristig keine Lösung bei Algenproblemen bieten. Bei vielen Teichen ist eine Teichpflege oder Teichreinigung die beste Methode um den Teich von Algen zu befreien.


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